Eintrag vom 21. Juni 2006:

Was bringt Open Source?


Alle reden von Linux und „Open Source“. Es soll das Allheilmittel der Computerwelt sein. Kleine und große Firmen verschenken plötzlich ihre Betriebssysteme und Programme, die sie vorher mit einem Riesenaufwand erstellt haben. Beim Anwender, der das nun alles umsonst bekommen kann, macht sich Freude breit. Wirklich?

Seien wir doch mal ehrlich: Die Entwicklung eines guten Programmes oder Betriebssystems kostet viel Zeit und Geld. Noch hoffen die „Open Source“-Verfechter, dass sie ihren notwendigen Umsatz mit Supportleistung, Schulungen und kostenpflichtiger Dokumentation weiterhin erwirtschaften können. Aber warum sollte ein Anwender, dem man erst einredet, die Software sei umsonst, plötzlich doch dafür zahlen wollen?

Die Folge wird sein, dass viele der „Kostenlos“-Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten kommen werden, und die Entwicklung ihre Produkte zwangsläufig leiden wird. Und andere Anbieter, die weiterhin den gerechtfertigten Preis für ihre Software verlangen, werden ebenfalls untergehen - warum soll ein Anwender für etwas zahlen, was er woanders anscheinend geschenkt bekommt?

Ich denke, jedes Produkt hat seinen Preis, und dieser sollte auch eingefordert werden. Natürlich darf der Preis nicht zu hoch sein, aber verschenken ist auch keine Lösung. Eine faire Preispolitik, die allen Anwendern realistische und erschwingliche Preise bietet, wird langfristig erfolgreicher sein als „Open Source“.

Oder erwarten Sie ernsthaft, dass Sie Ihr nächstes Auto geschenkt bekommen?

©2006 Stefan Malz