Eintrag vom 25. April 2008:

DRM - Die Räuberische Musikindustrie!


Ich könnte mich jetzt ja einfach mit einem schadenfrohen Lächeln zurücklehnen und diese Nachricht in Ruhe genießen.

Ein weit verbreitetes Verfahren zum Digital Rights Management (DRM) für Musik wurde von seinem Erfinder (ein bekanntes Softwareunternehmen aus Redmond) offiziell beerdigt. Wer also Musik mit diesem sogenannten „Kopierschutz“ gekauft hat, guckt demnächst in die sprichwörtliche Röhre, da die Schlüssel auslaufen und die Wiedergabegeräte das Abspielen dieser Musiktitel verweigern werden. Natürlich (!) ist der Anbieter so fürsorglich, seinen Kunden eine Anleitung für die weitergehende Nutzung der Daten zu geben. Dumm nur, dass diese Methode nach deutschen Recht illegal ist! Also mal wieder außer Spesen nichts gewesen.

Dieser Fall, der mit Sicherheit nicht der einzige bleiben wird, zeigt, wie leicht man unwissende Kunden schröpfen kann. Da wird DRM, welches eigentlich eine einzige große Gängelung des ehrlichen Käufers ist, von der Marketingabteilung so lange aufgeblasen, bis die weniger technisch Gebildeten glauben, es wäre so toll, dass sie es haben müssten! Wozu noch CDs kaufen, wenn man die Dateien jetzt ganz offziell günstig online erwerben und überall weiternutzen kann?

Schon hängt man im Spinnennetz fest. Ein Musiktitel, der einmal online mit DRM gekauft wurde, kommt davon nicht wieder los. Die gute alte CD konnte man überall hin mitnehmen und auf jedem CD-Spieler abspielen. Bei der DRM-geschützten Datei ist dies nicht mehr so einfach möglich, und teilweise auch gar nicht erlaubt. Und jeder Versuch, eine solche Musikdatei wieder uneingeschränkt nutzbar zu machen, ist erst recht strafbar.

Was bin ich froh, dass ich noch immer, rückständig wie ich nun einmal bei solchen Dingen bin, ganz normale CDs kaufe, um diese dann ganz offiziell mit dem besten verfügbaren Programm auf dem PC als MP3-Datei ohne jedes DRM einzulesen.

Das kostet zwar in der Regel etwas mehr, als die gleiche CD „online“ zu kaufen, aber dafür habe ich mit der CD ein physikalisches, rechtlich unantastbares Backup im Regal stehen, welches ich jederzeit wieder herausholen kann, wenn z.B. MP3 nicht mehr unterstützt wird oder (Murphy ist überall) die Daten auf der Festplatte des Rechners, des MP3-Players und der beiden Backupmedien gleichzeitig unbrauchbar werden sollten…

Der Verkauf von Musik mit DRM ist eine gewollte Täuschung des Kunden. Denn er besitzt die gekaufte Musik nicht wirklich und endgültig, sondern darf sie lediglich solange, wie es dem Rechteinhaber genehm ist, gnädigerweise benutzen. So etwas sollte strafbar sein!

©2008 Stefan Malz