Meinung: Die Fürsten von Florenz


»Die Fürsten von Florenz« war schon in der ursprünglichen Ausgabe von alea ein sehr gutes Spiel. Leider wurde es relativ schnell vom Markt genommen, um dann erst einige Jahre später bei Pro Ludo als Neuauflage erneut zu erscheinen. Bei dieser Gelegenheit wurden dem Spiel zwei Erweiterungen, eine Regel für zwei Spieler und eine neue Grafik spendiert.

Während die erste Erweiterung („Muse und Prinzessin“) das Spiel wirklich bereichert, ist die zweite („kooperatives Bauen“) eher überflüssig, aber trotzdem einen Versuch wert.

Das Spiel zu zweit funktioniert, ist aber aufgrund der Tatsache, dass der Versteige­rungsmechanismus bei 2 Spielern recht schwach ist, eher langweilig und viel zu sehr vom (ansonsten recht geringen) Kartenglück abhängig.

Wirklich grausam ist allerdings die neue grafische Gestaltung. Alles ist düster und klein, Farben sind schlecht unterscheidbar, und an vielen Stellen werden die sowieso schon viel zu kleinen Symbole auch noch von Text verdeckt (zum Beispiel bei den „Freiheiten“). Spätestens beim Versuch, die Karten der Erweiterung „Muse und Prinzessin“ zu entziffern, wird jeder Normalsterbliche verzweifeln! Hier hilft nur, alle Funktionen der Personen mit Hilfe der Anleitung auswendig zu lernen.

Ist man allerdings bereit, die grafischen Probleme zu überwinden, und sich mit dem relativ komplexen, aber nicht wirklich komplizierten Spielverlauf vertraut zu machen, wird man mit vielen spannenden und unterhaltsamen Partien belohnt. Am besten gefällt mir das Spiel in einer Runde zu dritt oder viert. Zu fünft wirkt der Versteigerungsmechanismus etwas zu langatmig, und die Wartezeiten in der zweiten Phase sind ziemlich lang.

Ein wirklich tolles Spiel, aber die funktional schlecht gemachte Grafik trübt den Gesamteindruck etwas.

2–5 Spieler, Spieldauer 90–150 Minuten.

Fazit: Sehr gutes Strategiespiel mit wenig Glück, Grafik eher mau.

Stefan Malz, 5. Oktober 2009 (#52)
 


Autor:
Wolfgang Kramer &
Jens Christopher Ulrich

Illustration:
Eckhard Freitag

Verlag:
Pro Ludo

Erscheinungsjahr:
2006