Meinung: Fettnapf in Sicht


Niemand tritt gerne in ein Fettnapf, und bei diesem Spiel schon gar nicht! »Fettnapf in Sicht« ist ein nettes, kleines Kartenspiel mit relativ wenig Material (nur 96 Karten), einer kurzen Anleitung und einem gewissen Suchtpotential. Grafisch und thematisch ist das Spiel nicht so gelungen. Das Cover wirkt aufgesetzt und öde, die Bezeichnung der „Inselkarten“ ergibt keinen Sinn, und die Zahlen sind teilweise schlecht erkennbar.

Doch wenn man bereit ist, über diese äußerlichen Schwächen hinweg zu sehen, bekommt man ein sehr schön taktisches Spiel. Es geht darum, reihum seine eigenen Zahlenkarten so abzulegen, dass bei der Aufsummierung der Karten keine der Zahlen auftreten, die andere als Inselkarten auf der Hand haben.

Dazu gilt es zum einen, vorausschauend zu handeln, um nicht gleich im nächsten Zug in ein Fettnapf tappen zu müssen, und zum anderen, sich die Werte aller Inselkarten der anderen zu merken. Außerdem hat man die Möglichkeit, die lieben Mitspieler gezielt in die Nähe der eigenen Inselkarten zu bringen, damit diese ein Fettnapf treffen. Im Laufe des Spiels kommen immer mehr Inselkarten dazu, wodurch die Fettnäpfe immer zahlreicher werden bis schließlich niemand mehr ungeschoren davonkommt.

Schnell erklärt und schnell gespielt. Vor allem auch für kleinere Kinder ab 6 Jahren geeignet, die ganz nebenbei das Addieren und Subtrahieren von kleinen Zahlen im Bereich von 0 bis 40 lernen.

2–5 Spieler, Spieldauer 30 Minuten.

Fazit: Im positiven Sinn simpel, grafisch leider eher misslungen.

Stefan Malz, 2. Dezember 2009 (#57)

 


Autor:
Reinhard Staupe

Illustration:
Christof Tisch

Verlag:
Amigo-Spiele

Erscheinungsjahr:
2005