Meinung: Rage


Ich bin mir durchaus bewusst, dass »Rage« eine große Fangemeinde hat und immer wieder sehr hoch bewertet wird. Dem kann ich mich allerdings überhaupt nicht anschließen.

Aus meiner Sicht hat »Rage« mindestens drei Probleme:

1. Der x-te Aufguss eines alten Spielprinzips (wir haben ein vergleichbares Spiel mit »11er raus«-Karten und mit Rommé-Karten schon vor 30 Jahren gespielt) ist zwar nicht prinzipiell schlecht, aber wenn keine wirklich neue Idee dazu kommt, ist es reine Geldmache.

2. Die Berechnung der Punkte für jeden Spieler ist gemessen an der Einfachheit des Spiels einfach viel zu kompliziert, und dementsprechend ist der Schreibaufwand viel zu groß. Da hilft auch keine nett gemachte Kopiervorlage.

3. Im gleichen Verlag ist mit »Wizard« eine optisch schönere Umsetzung des „Ich sage voraus, wie viele Stiche ich bekomme“-Prinzips erhätlich.

Als viertes, natürlich rein subjektives Problem kommt dann noch hinzu, dass ich das Spiel einfach unglaublich langweilig finde! In allen Runden, in denen ich es bis jetzt habe spielen müssen, verspürte ich immer nur den Wunsch, dass es endlich zu Ende gehen möge…

Allen, die im Gegensatz zu mir eine solche Art von Spiel reizvoll finden, sei empfohlen, sowohl »Rage« als auch »Wizard« auszuprobieren – um dann vielleicht festzustellen, dass das gute alte Rommé-Blatt es dafür auch tut!

3–8 Spieler, Spieldauer 45 Minuten.

Fazit: Die x-te Variante eines uralten Prinzips – mehr nicht.

Stefan Malz, 3. Dezember 2009 (#59)
 


Autor:
Unbekannt

Illustration:
Oliver Freudenreich

Verlag:
Amigo-Spiele

Erscheinungsjahr:
2000