Meinung: Fresko


Nachdem »Der Palast von Alhambra« im Jahr 2003 sowohl die Auszeichnung »Spiel des Jahres« als auch den Deutschen Spielepreis für sich verbuchen konnte, wurde es etwas ruhiger um Queen Games.

Zwar erschienen regelmäßig weiter gute Spiele, aber keines davon wollte so richtig einschlagen. Erst im Frühjahr 2010 sollte sich das ändern: Mit einem neuen Team wurden jetzt Spiele, die bisher vielleicht unverändert erschienen wären, gründlich analysiert und optimiert.

Der erste Spross dieser neuen Arbeitsweise war »Fresko«, ein Spiel, dass zuerst einmal optisch überzeugt, aber anschließend auch spielerisch. Ein unverbrauchtes Thema mit einer Mischung aus neuen und bekannten Mechanismen.

Das wichtigste Element ist die Wahl der Aufstehzeit, die sowohl die Spielerreihenfolge als auch die persönlichen Preise am Markt für die jeweilige Runde festlegt. Auch die eigene Laune wird damit beeinflusst, was zu mehr oder weniger Arbeitsleistung pro Runde führt.

Alle Teile des Spiels sind schlüssig miteinander verwoben und grafisch gut unterstützt. In der Mitte des Plans entsteht nach und nach ein leuchtendes Fresko, und die Farbwürfel sind in ihrer Größe intuitiv ihrem Wert angepasst.

Gerade für nicht so erfahrene Spieler ist es sehr praktisch, dass das Spiel in Form eines Grundspiels mit drei Modulen geliefert wird. So fällt der Einstieg leicht, und anschließend können die zusätzlichen Möglichkeiten ausgetestet werden. Mit den Modulen kommen zusätzliche strategische und taktische Möglichkeiten ins Spiel.

Vier weitere Module sind inzwischen als Erweiterung verfügbar, die das Spiel unter anderem auch in Richtung langfristige Investition und kurzfristiges Glück entwickeln.

Nachdem ich schon erwartet hatte, dass »Fresko« die Auszeichnung »Spiel des Jahres« gewinnen würde, war ich froh, dass es später zumindest den Deutschen Spielepreis gewonnen hat. Verdient hat es das!

2–4 Spieler, Spieldauer 60 Minuten (unsere Erfahrung: 60–90 Minuten).

Fazit: Schönes Familien-Strategiespiel, variabel durch mehrere Module.

Stefan Malz, 22. Dezember 2011 (#126)
 

Autoren:
Marco Ruskowski &
Marcel Süßelbeck

Illustration:
Oliver Schlemmer

Verlag:
Queen Games

Erscheinungsjahr:
2010