Meinung: Kuhhandel


Mit »Kuhhandel« ist das so eine Sache – manche finden es großartig, andere eher lächerlich. Ich für meinen Teil weiß noch nicht so recht, für welches Extrem ich mich entscheiden soll.

In der aktuellen Fassung ist das Spiel vor allem grafisch ein Genuss. Die Tiere sind sehr schön gezeichnet und verbreiten dadurch eine äußerst fröhliche Stimmung.

Der Spielverlauf ist wesentlich bestimmt durch öffentliche Versteigerungen und den namensgebenden Kuhhandel, der mit einem verdeckten Gebot erfolgt. Damit versucht jeder Spieler, von möglichst vielen Tiersorten jeweils alle vier zusammenzubekommen, denn nur dann zählen sie etwas.

Wie sich ein Spiel entwickelt, hängt von vielen Faktoren an, unter anderem davon, wie schnell die »Goldesel« gezogen werden und damit die Bargeldbestände der Mitspieler wachsen. Auch ist normalerweise der im Vorteil, der zufällig selbst ein Tier aufdeckt, das er benötigt.

Selbst nach mehr als 10 Spielen kann ich bisher noch keine verlässliche Tendenz feststellen. Mal gewinnt ein Spieler haushoch, mal ist es knapp. Manchmal macht das Spiel viel Spaß und ist bis zum Ende spannend, manchmal ist es einfach nur öde.

Für mich ist »Kuhhandel« ein Spiel, das ich nie selbst aussuchen würde, aber trotzdem ohne großes Murren mitspiele, wenn Zeit oder Lust für ein „richtiges“ Spiel nicht reichen.

Deshalb von mir eine eher mittlere Wertung. Manch anderer mag das völlig anders sehen, ich habe schon Wertungen von „grottenschlecht“ bis „absolut genial“ dafür erlebt...

3–5 Spieler, Spieldauer 45 Minuten.

Fazit: Verhandeln und Bluffen in Reinform. Nett, aber nicht umwerfend.

Stefan Malz, 8. September 2009 (#48)
 

Autor:
Rüdiger Koltze

Illustration:
Trevor Dunton

Verlag:
Ravensburger

Erscheinungsjahr:
2005