Meinung: Hick Hack in Gackelwack


Der erste Eindruck zu diesem Spiel war nur: Guck an, schon wieder eins aus der „Hühner“-Reihe von Zoch! Zuerst gespielt habe ich bei einem Spieletreff, wo es mir in wenigen Minuten erklärt wurde.

Das Spielprinzip ist relativ einfach: Gefügel möchte Körner fressen, Füchse möchten Geflügel fressen, und wer am meisten zu fressen bekommen hat, gewinnt. Dazu erhält jeder Spieler 5-6 Karten auf die Hand, die entweder Geflügel oder Füchse in einer der sechs Geflügelhoffarben zeigen. Jeder Spieler legt 1-2 davon verdeckt ab, dann werden alle Karten aufgedeckt und ausgewertet.

Durch diesen Ablauf kommen viele unterschiedliche Mechanismen zusammen: Glück oder Pech bei der Zuteilung der Karten, Zufall bei der Verteilung der Körner, Einschätzen der Mitspieler (eher risikofreudig oder vorsichtig?) und Gedächtnis (welche Füchse in welcher Farbe sind schon weg?).

Das Spiel ist schnell erlernt und spielt sich flüssig, auch Kinder spielen problemlos mit. Wie »Heckmeck« ist es gut als Familienspiel geeignet.

Nachdem mir »Hick Hack« anfangs sehr gefallen hat, ist mittlerweile doch Ernüchterung eingetreten: Glück und Pech beim Kartenziehen sind auf Dauer viel zu dominant. Zu kaum einem Zeitpunkt hat man eine der Karten auf der Hand, die man gerne spielen würde. Und weil es den Mitspielern häufig genauso geht, stapeln sich auf machen Feldern die Körner, während fast leere Felder heiß umkämpft sind.

Mein Antrieb, dieses Spiel noch einmal zu spielen, ist eher gering. Wenn, dann nur in Situationen, in denen weniger glücksabhängige Spiele nicht durchsetzbar oder nicht verfügbar sind.

2–6 Spieler, Spieldauer 20 Minuten.

Fazit: Nette Idee, schöne Aufmachung, aber sehr hoher Glücksanteil!

Stefan Malz, 26. August 2009 (#35)
 

Autor:
Stefan Dorra

Illustration:
Doris Matthäus

Verlag:
Zoch

Erscheinungsjahr:
2001