Meinung: Im Wandel der Zeiten – Das Würfelspiel – Bronzezeit


In einer Disziplin ist dieses Spiel auf jeden Fall etwas Besonderes: kein anderes Spiel, welches wir bisher in der Händen hatten, hatte einen längeren Titel! Aus diesem Grund wird der Titel auch gerne mit »IWdZ - Würfelspiel« oder ähnlich abgekürzt.

Der erste Eindruck des Spiels war bei mir sehr zwiespältig. Das Cover und die gesamte Grafik gefallen mir überhaupt nicht. Es ist gleichzeitig düster und grellbunt – klingt unmöglich, geht aber. Der Inhalt der Schachtel hingegen kann größtenteils gefallen: ein perfekt passender Einsatz, ein großer Block mit Wertungsbögen (doppelseitig nutzbar) und vor allem: vier massive Holzstecktafeln und passende Steckstifte.

Nicht ganz so toll sind hingegen die Holzwürfel, die zum einem etwas zu groß sind, um mit bis zu sieben davon problemlos würfeln zu können, und zum anderen aufgrund der Farbgebung (dunkelbraun auf hellbraun) nicht sehr gut zu erkennen sind. Hinzu kommt, dass in vielen Exemplaren des Spiels einzelne Würfel extrem schwach bedruckt sind und somit noch schlechter erkennbar sind.

Doch kommen wir zum Spiel als solches. Jeder Spieler beginnt mit einer Startausstattung von drei Städten, die ihm das Recht geben, mit drei Würfeln zu würfeln. Im Gegenzug muss jede Runde Nahrung für drei Städte erwürfelt werden. Darüber hinaus können Waren (= Geld), Münzen (= Geld) und Arbeiter erwürfelt werden, die für unterschiedliche Investitionen benutzt werden können.

Werden Städte gebaut, hat man in folgenden Runden mehr Würfel zur Verfügung, muss aber auch mehr Städte mit Nahrung versorgen. Für Monumente gibt es Siegpunkte, und Errungenschaften bringen zusätzliche Fähigkeiten.

Durch Schädel, die je nach Anzahl entweder einen selbst oder die Mitspieler schädigen, kommt ein klein wenig Interaktion ins Spiel. Außerdem bringt ein Monument für denjenigen die meisten Punkte, der es zuerst fertiggestellt hat.

Die ersten Partien sind durchaus reizvoll, danach lässt der Spielwunsch allerdings schnell nach, weil sich alle Spiele gleich anfühlen und die Interaktion erstens gering und zweitens ausschließlich negativ ist. Ein Problem besteht außerdem darin, dass ein Spieler das Spiel bereits nach 5 Runden abwürgen kann, ohne dass ihn die Mitspieler daran hindern können. Diese Zeit reicht einfach nicht, um etwas aufzubauen.

Inzwischen gibt es mit »Späte Bronzezeit« eine Erweiterung in Form eines neuen Wertungsbogens mit mehr Möglichkeiten und einer geänderten Spielende-Definition. Dieser Wertungsbogen kann von der Website von Pegasus heruntergeladen und selbst ausgedruckt werden, oder als Wertungsblock im Pegasus-Shop bestellt werden.

Die Erweiterung macht das Spiel etwas vielseitiger und erhöht die Spielzeit. Letztlich bleibt das Spiel vom Ablauf unverändert, und die Interaktion nimmt nicht zu. Durch die steigende Anzahl an Runden lässt sich aber leichter etwas aufbauen und verschiedene Strategien entfalten sich besser.

1–4 Spieler, Spieldauer 30–45 Minuten.

Fazit: Nettes Würfelspiel für Zwischendurch, auf Dauer etwas eintönig.

Stefan Malz, 21. Dezember 2010 (#103)
 


Autor:
Matt Leacock

Illustration:
Claus Stephan &
Marko Fiedler

Verlag:
Pegasus

Erscheinungsjahr:
2009