Meinung: Schweinebande


Als ich das erste Mal das Cover von »Schweinebande« sah, dachte ich: Toll, jetzt versucht Hans im Glück mal, seine Spiele wirklich familientauglich zu verpacken und ansprechend für alle zu gestalten.

Auch das Spielmaterial ist schön gestaltet, die Anleitung ist kurz und verständlich, und das erste Spiel geht erfreulich schnell von der Hand. Da folgt gerne noch eine zweite Partie, und eine dritte, und dann – ist die Luft raus!

An sich ist der Mechanismus des Bauern-Setzens, der gleichzeitig die Reihenfolge des anschließenden Wählens bestimmt, eine gute Idee. Doch dabei stört die Tatsache, dass der Startspieler dafür sorgen kann, dass er für den gesamtem Spielverlauf Startspieler bleibt, ohne dass ihm das spürbare Nachteile bringt.

Vor allem bei großen Spieleranzahlen stört außerdem, dass die ermittelte Reihenfolge für die nächste Runde bis auf den Startspieler wieder über den (Mist-)Haufen geworfen wird. So kann es kommen, dass der fünfte Spieler in der nächsten Runde zweiter wird. Das ist unfair.

Und schließlich hatte ich schon nach 4 Partien das Gefühl, dass man eigentlich keinen wirklichen Einfluss auf das Spiel hat. Die jeweils 25 zufällig verdeckt ausliegenden Tier­plättchen bewirken einen massiven Glückseinfluss. Dazu kommt die Unplanbarkeit des Abräumens der Plättchenreihen. Der einzige, der überhaupt „seine“ Wahl durchsetzen kann, ist der Startspieler.

Insgesamt ist »Schweinebande« ein Spiel, dass durch schönes Material und einfachste Regeln punkten kann. Leider hält der Reiz dieses Spiels nicht sehr lange an, und sowohl zu zweit als auch zu fünft scheint es nicht wirklich passig zu sein.

Dazu konmt noch das lästige, jeweils viermalige 25-Plättchen-Auslegen und Ganz-viele-Plättchen-Umdrehen pro Spiel. Für die kurze Spieldauer und den wenigen Entscheidungsfreiraum ist dieser Aufwand für mich einfach zu hoch.

Ich denke, dieses Spiel wird bei uns nicht allzu oft auf den Tisch kommen.

2–5 Spieler, Spieldauer 30 Minuten.

Fazit: Seichte Unterhaltung ohne nachhaltigen Spaß oder Spannung.

Stefan Malz, 1. August 2010 (#92)
 


Autor:
Stefan Dorra

Illustration:
Doris Matthäus

Verlag:
Hans im Glück

Erscheinungsjahr:
2010