Meinung: Splendor


Gold, Edelsteine, Diamanten – davon kann manch einer nicht genug bekommen! Von dieser Gier nach allem, was selten ist und glänzt, profitieren vor allem die Edelsteinhändler. Wie so oft sind es die letzten Glieder einer Wertschöpfungskette, die am meisten verdienen.

In „Splendor“ (zu Deutsch: „Pracht“ oder „Brillianz“) schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines solchen Edelsteinhändlers und versucht, das größte Prestige zu erlangen. Dafür werden Minen, Transportmittel und Kunsthandwerker erworben, die dabei helfen, an Rohedel­steine in immer größerer Zahl zu gelangen und diese zu wahren Kunstwerken zu veredeln.

Die Spielregeln sind einfach und schnell erfasst, ohne dass das Spiel zu simpel wäre. Nur drei mögliche Aktionen gibt es: Nehmen von bis zu 3 verschiedenen Edelstein-Chips (oder 2 gleiche), Auslegen einer Entwicklungskarte oder Reservieren einer Entwicklungskarte mit Nehmen eines Gold-Chips.

Dazu kommt am Ende jedes Zugs die Möglichkeit, von einem Adligen besucht zu werden, wenn man denn genug Entwicklungskarten bestimmter Edelsteinsorten ausliegen hat. Durch immer wieder neue Startauslagen der Entwicklungskarten und der Adligen verläuft jede Partie etwas anders, ohne das Grundprinzip zu ändern.

Das Spiel endet mit der laufenden Runde, sobald ein Spieler mindestens 15 Siegpunkte in seiner Auslage liegen hat. Wer schließlich die meisten Punkte hat, gewinnt. Nur rund 30 Minuten dauert eine solche Partie normalerweise, so dass meistens noch Zeit für eine Revanche bleibt.

Neben den sehr schönen Grafiken hinterlassen besonders die schweren Kunststoff-Chips, die im Spiel die Edelsteine darstellen, einen äußerst positiven Eindruck.

Ein negativer Eindruck bleibt aber aufgrund der Schachtel: Selbst der tolle Schachtel­einsatz, in dem das Spielmaterial optimal verstaut werden kann, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass mindestens drei Viertel der Schachtel mit Luft gefüllt sind. Das gesamte Spielmaterial ließe sich problemlos in einer deutlich kleineren Schachtel unterbringen.

Auch hat die Spielregel leider einige Schwächen, vor allem die Behandlung der Adligen ist sprachlich nicht zu 100% geregelt. Insgesamt aber ein gutes Spiel, welche meines Erachtens zu Recht zur Wahl zum Spiel des Jahres 2014 nominiert wurde.

2 – 4 Spieler, Spieldauer 30 Minuten.

Fazit: Einfaches Sammel- und Aufbauspiel mit wenig Regeln, gut als Absacker.

Stefan Malz, 19. September 2014 (#162)
 


Autor:
Marc André

Illustration:
Pascal Quidault

Verlag:
Space Cowboys

Erscheinungsjahr:
2014