Meinung: Stone Age


Mit »Stone Age« ist es dem Team von Hans im Glück gelungen, ein angenehm komplexes und vielseitiges Spiel ganz harmlos und familientauglich zu verpacken. Thema, Gestaltung und der hohe Würfelanteil vermitteln zuerst den Eindruck eines seichten Familienspiels.

Erst nach und nach kommt man als Spieler dahinter, wie viele Möglichkeiten doch dahinter versteckt sind. Obwohl das ständige Würfeln eigentlich einen hohen Glücksanteil vermuten lässt, gleichen sich extreme Ausschläge aufgrund der Länge des Spiels und der somit großen Häufigkeit des Würfelns wieder aus.

Ein hohes Maß an Interaktion durch die begrenzte Anzahl an Setzfeldern sorgt für nette kleine Ärgerelemente, ohne dass direkte Aggression aufkommen würde. Jede einzelne Aktion ist klein und überschaubar, erst die Kombination und Häufigkeit macht das Spiel aus.

Wie bei jedem guten Strategiespiel können verschiedene Wege zum Sieg führen: viele Leute, wenig Leute, volle Konzentration auf ein bis zwei Komponenten, gleichmäßige Streuung, Rohstoffe horten oder gleich umsetzen, usw.

Das Spielmaterial ist hervorragend und passt gut zum Thema, der Aufbau ist zwar etwas aufwändiger, aber aufgrund der langen Spielzeit völlig in Ordnung. Der Karton von »Stone Age« ist beeindruckend groß, was aber wohl hauptsächlich der Tatsache geschuldet ist, dass ein großer Würfelbecher darin verstaut werden muss.

In dem von uns gespielten Exemplar war dieser Würfelbecher leider von einer schlechten Qualität: sehr hartes, sprödes Leder, welches durchdringend stinkt. Auch mehrtägiges Lüften im Freien half nicht. Jetzt spielen wir mit unseren guten alten Würfelbecher, der schon einige hundert Partien Kniffel überstanden hat.

Insgesamt ist »Stone Age« ein sehr schönes Spiel, das bei mir auch nach über zwanzig Partien noch nicht seinen Reiz verloren hat.

2–4 Spieler, Spieldauer 60-90 Minuten.

Fazit: Komplex und doch familientauglich – Würfeln für „Fortgeschrittene“.

Stefan Malz, 26. Oktober 2010 (#98)
 


Autor:
Michael Tummelhofer
(Pseudonym)

Illustration:
Michael Menzel

Verlag:
Hans im Glück

Erscheinungsjahr:
2008