Meinung: Minotaurus


Nach dem überaus schlechten Eindruck, den »Race 3000« auf uns gemacht hatte, war ich bei »Minotaurus« schon auf einiges gefasst. Aber auch optimistisch gestimmt, denn der Karton ist um einiges größer, und der Spielaufbau lässt einiges mehr an Entscheidungsfreiheit erwarten.

Also wurde todesmutig das zweite LEGO-Spiel getestet. Immerhin, der erste Eindruck hat insofern nicht getäuscht, als es sich aufgrund der Wahlmöglichkeiten (jeder Spieler hat mehrere Figuren) etwas besser spielt als sein „Vorgänger“,

Trotzdem, so rechte Spielfreude wollte auch hier nicht aufkommen. Den meisten Spaß machte das Zusammenbauen des Spielfeldes. Das Spiel selbst war einfach nur langweilig, denn man hängt komplett von einem einzigen Würfel ab.

Zumindest ist die Anleitung diesmal weitestgehend vollständig und in sich halbwegs schlüssig. Somit kann man als Einsteiger dieses Spiel durchaus spielen, ohne gleich nach dem ersten Spiel frustriert zu sein.

Aber von einem Brettspiel für Kinder erwarte ich mir wesentlich mehr. Zumal die Altersangabe 7+ lautet, also in Bereiche geht, in denen Kinder schon einfache Erwachsenen-Spiele mitspielen können und meines Erachtens auch sollen.

Mit den wenigen taktischen Möglichkeiten, einer halbwegs brauchbaren Anleitung und dem bei mir immer noch gültigen LEGO-Bonus schrammt dieses Spiel nur mühsam an einem Desaster vorbei.

Meine Empfehlung: Finger weg! Kaufen Sie Ihrem Kind gerne LEGO - aber dann bitte normale Bausätze, mit denen es wirklich etwas anfangen und seine Kreativität richtig ausleben kann.

Wenn Sie ein Spiel für Kinder suchen, nehmen Sie lieber ein richtiges Brettspiel, also z.B. »Zooloretto« oder »Dicke Luft in der Gruft«. Da haben Sie und Ihr Kind wesentlich mehr von!

2–4 Spieler, Spieldauer 20–30 Minuten.

Fazit: Hätte schlimmer kommen können – aber nicht allzu viel…

Stefan Malz, 5. Februar 2010 (#72)
 


Autor:
Unbekannt

Illustration:
Unbekannt

Verlag:
LEGO

Erscheinungsjahr:
2009